Wie sicher fühlen sich die Menschen in Deutschland? Welche Risiken beschäftigen Unternehmen – und wie reagieren sie darauf? Antworten liefert der neue Sicherheitsmonitor (SiMon) 2026, den der VDMA Fachverband Sicherheitssysteme, die VdS Schadenverhütung GmbH und die Messe Essen heute zum Auftakt der Security Essen vorgestellt haben. Für die repräsentative Studie wurden 4.000 Bürgerinnen und Bürger sowie 1.000 Inhaber, Geschäftsführer und leitende Angestellte von Unternehmen befragt. Ein zentrales Ergebnis: Das Sicherheitsbedürfnis in Deutschland steigt auf Rekordniveau. Gleichzeitig zeigen die Zahlen, dass insbesondere physische Einbrüche für Unternehmen eine reale Bedrohung darstellen und viele Befragte Defizite beim Schutz kritischer Infrastrukturen sehen. Unternehmen und Privatpersonen reagieren darauf mit konkreten Sicherheitsmaßnahmen und Investitionen.
Sicherheitsbedürfnis nimmt weiter zu und verfestigt sich auf hohem Niveau
78 Prozent der Deutschen geben an, ein starkes Sicherheitsbedürfnis zu haben. Damit setzt sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fort: 2024 waren es 73 Prozent, 2025 bereits 77 Prozent. Sicherheit hat sich damit als dauerhaft hohes gesellschaftliches Bedürfnis etabliert. Wie brisant das Thema Sicherheit für viele Menschen und Unternehmen ist, zeigt der Blick auf die Erfahrungen mit Einbrüchen:
„Die Ergebnisse machen deutlich, dass wir bei Unternehmenssicherheit nicht ausschließlich über Cyberrisiken sprechen dürfen. Physische Einbrüche und Diebstähle bleiben eine erhebliche Bedrohung. Unternehmen brauchen deshalb Sicherheitskonzepte, die physische und digitale Risiken gleichermaßen berücksichtigen“, sagt Prof. Dr. Frank Janser, Vorstandsvorsitzender im Fachverband Sicherheitssysteme VDMA. „Für die Sicherheitsindustrie bedeutet das, bestehende Lösungen kontinuierlich weiterzuentwickeln und unterschiedliche Technologien intelligent miteinander zu verbinden.“
Zertifizierung wird zum wichtigsten Vertrauensanker
Bei der Auswahl von Sicherheitstechnik spielt nachweisbare Qualität eine immer größere Rolle. Erstmals ist die unabhängige Zertifizierung eines Produkts bei Privatpersonen mit 38 Prozent das meistgenannte Kaufkriterium. Damit liegt sie vor Empfehlungen, Smart-Home-Funktionen und anderen Produktmerkmalen.
Auch Unternehmen setzen bei Investitionsentscheidungen an erster Stelle auf Zertifizierung: 29 Prozent nennen sie als wichtiges Kriterium. Weitere relevante Kriterien sind Datenschutz, Wartung und die einfache Integration von Sicherheitstechnik.
„Wer Sicherheitstechnik kauft, muss darauf vertrauen können, dass sie im Ernstfall zuverlässig funktioniert. Dass die unabhängige Zertifizierung laut Sicherheitsmonitor über alle Zielgruppen hinweg zum wichtigsten Vertrauensanker geworden ist, ist daher ein deutliches Zeichen“, erklärt Peter Schramm, Geschäftsführer der VdS Schadenverhütung GmbH. „Geprüfte Qualität schafft Vertrauen, weil sie Leistungsfähigkeit transparent und vergleichbar macht. Zertifizierung ist damit ein zentraler Baustein für wirksamen Schutz – für Unternehmen ebenso wie für Verbraucher.“
Große Zweifel am Schutz kritischer Infrastrukturen
Deutliche Defizite sehen die Befragten bei der Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastrukturen. 60 Prozent der Privatpersonen bewerten deren Schutz vor außergewöhnlichen Krisen wie Sabotage, Krieg oder großflächigen Ausfällen als eher oder sehr schlecht. Auch rund die Hälfte der befragten Unternehmensvertreter sieht Verbesserungsbedarf.
An den Staat richten Unternehmen klare Erwartungen: 30 Prozent sehen in einem verbesserten staatlichen Schutz kritischer Infrastrukturen wie Energie- und Wasserversorgung, Verkehrswegen oder Kommunikation eine Maßnahme, durch die auch das eigene Unternehmen besser geschützt wäre.
„Der Sicherheitsmonitor macht eine gefährliche Diskrepanz deutlich: Unternehmen sind in hohem Maße von Einbrüchen betroffen, gleichzeitig bestehen erhebliche Zweifel, ob unsere kritischen Infrastrukturen ausreichend geschützt sind“, sagt Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Messe Essen. „Gerade angesichts der aktuellen Bedrohungslage müssen Unternehmen und KRITIS-Betreiber ihre Schutzkonzepte weiterentwickeln. Auf der Security Essen zeigen rund 500 Aussteller, wie sich Firmen und Infrastrukturen besser schützen lassen – von Videoüberwachung, Einbruchschutz und Zutrittskontrolle bis zu vernetzten und KI-gestützten Sicherheitssystemen. Zusätzlichen Input gibt unsere Veranstaltung „KRITIS Spotlight“ auf der Security Essen. Hier erläutern Experten, wie kritische Infrastrukturen stärker gesichert werden können.“
Unternehmen investieren weiter in ihre Sicherheit
Die wahrgenommenen Risiken führen bereits jetzt zu konkreten Investitionsentscheidungen bei Privatpersonen und Firmen. In den kommenden zwölf Monaten wollen Unternehmen unter anderem in Sicherheitskameras (29 Prozent), Einbruchmeldetechnik (16,3 Prozent), Schließsysteme (15,5 Prozent) und Türzusatzsicherungen (15,5 Prozent) investieren.
Auch in privaten Haushalten ist Einbruchsschutz weit verbreitet. Fast neun von zehn Befragten haben bereits mindestens eine entsprechende Maßnahme umgesetzt. Besonders verbreitet sind Bewegungsmelder, daneben kommen mechanische und elektronische Sicherungslösungen zum Einsatz.
Für das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum sind sichtbare Maßnahmen besonders relevant. 57 Prozent der Befragten nennen eine gute Beleuchtung als Maßnahme, die ihnen dort das größte Sicherheitsgefühl vermittelt. 45 Prozent nennen eine sichtbare Polizeipräsenz, gefolgt von Videoüberwachung mit 39 Prozent und Sicherheitskräften beziehungsweise Ordnungsdiensten mit 38 Prozent. Die Ergebnisse zeigen: Sicherheitsgefühl entsteht durch das Zusammenspiel von Gestaltung, personeller Präsenz und Sicherheitstechnik.
Über den Sicherheitsmonitor 2026
Der Sicherheitsmonitor wurde vom 9. bis 20. Juli 2026 vom Meinungsforschungsinstitut “INSA Consulere” im Auftrag des VDMA, der Messe Essen und der VdS Schadenverhütung GmbH gemeinsam durchgeführt. Die repräsentative Studie basiert auf einer Befragung von 4.000 Privatpersonen und 1.000 Unternehmen in Deutschland
Über die Partner
VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.)
Der VDMA Fachverband Sicherheitssysteme vertritt die Interessen von über 35 KMU-Mitgliedsfirmen aus den Bereichen Bild/Video, Brandschutz, Tresore, Zutrittskontrolle und Systeme.
Die Strategie unseres Fachverbands setzt thematische Schwerpunkte und wird in enger Abstimmung mit den Mitgliedsfirmen entwickelt. Damit wollen wir die Branche stärken, die Unternehmen in ihren spezifischen Belangen unterstützen und Kundenkreise informieren, um das Absatzpotential zu erhöhen. Unser Fokus liegt auf der Regulierung, Normung und Technologie sowie der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, dem Marketing und Marktinformationen. Zudem fördern wir aktiv den Erfahrungsaustausch unserer Mitglieder, auch über Veranstaltungen wie Workshops und Infotage.
Weitere Informationen unter www.vdma.eu
Über VdS
VdS Schadenverhütung GmbH gehört zu den weltweit renommiertesten Institutionen für Unternehmenssicherheit. Rund 500 Experten bieten ein einzigartiges Dienstleistungsspektrum für Brandschutz, Security, Cyber-Security und Naturgefahrenprävention.
Das VdS-Angebot umfasst Risikoanalysen, Prüfungen und Zertifizierungen, Inspektionen von Anlagen, Auskunftssysteme zu Naturgefahren sowie ein breites Bildungsangebot. Als unabhängiges Unternehmen setzt VdS darüber hinaus mit der Veröffentlichung von Regelwerken internationale Sicherheitsstandards.
Die optimale Absicherung unserer Partner basiert auf einem weltweit einzigartigen Schutzkonzept, dessen Zuverlässigkeit auf 115 Jahren VdS-Erfahrung aufbaut und alle Aspekte der Schadenverhütung miteinander verbindet. Entscheider auf der ganzen Welt verlassen sich auf VdS-geprüfte Wirksamkeit und Sicherheit.
Weitere Informationen unter www.vds.de
Security Essen
Die Security Essen ist die Leitmesse für zivile Sicherheit. In der Messe Essen präsentieren Aussteller – darunter Weltmarktführer, Nischenplayer, Hidden Champions, Verbände und Institutionen sowie Start-Ups – den Fachbesuchern neueste Lösungen und Innovationen unter anderem aus den Bereichen elektronische und mechanische Sicherheit, Video, KI, Drohne, Robotics, Cybersecurity, Perimeter- und Objektschutz, Brandschutz sowie Sicherheitsdienstleistungen.
Als branchenübergreifende Plattform bringt die Security Essen Angebot und Nachfrage zusammen, setzt Standards und gibt Orientierung für Entscheidungsträger in Unternehmen, Industrie, Handel, kritischer Infrastruktur, Kommunen und Sicherheitsgewerbe. Die Security Essen findet vom 22. bis 25. September 2026 in der Messe Essen statt.
Weitere Informationen unter www.security-essen.de
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