20.09.2018

Weiter starkes Wachstum im internationalen Sicherheitsmarkt

Globaler Umsatz mit Sicherheitsprodukten und -dienstleistungen steigt weiterhin

Nach den jüngsten Prognosen von international tätigen Marktanalysten liegt das aktuelle und künftige Wachstum in allen auf der Security Essen vertretenen Branchensegmenten deutlich über den von der OECD (plus 3,7 Prozent) und dem IWF (plus 3,9 Prozent) für 2018 genannten Steigerungsraten der Weltwirtschaft. Die höchsten jährlichen Zuwächse werden in der IT-Sicherheit mit bis zu 13 Prozent erwartet. Für die klassische Überwachungstechnik werden 10,1 Prozent prognostiziert. Darunter fassen die Analysten vor allem Videoüberwachung, Zutrittskontrolle und die Erkennung oder Abwehr von Eindringlingen zusammen. Überdurchschnittliche Wachstumsraten werden aber auch beim baulichen Brandschutz (plus 9,7 Prozent) und in der Sicherheitsdienstleistung (plus 5,9 Prozent) erzielt.

Der globale Umsatz der Branchen, die auf der Weltleitmesse der Sicherheit, der Security Essen, vertreten sind, addiert sich für 2018 auf über 400 Mrd. US-Dollar. Als stärkste Wachstumstreiber für den nicht-militärischen Sicherheitsmarkt werden die globale Terrorismusgefährdung, die Urbanisierung, die wachsenden Schutzbedürfnisse der privaten Haushalte und die Verletzlichkeit der IT-Prozesse angesehen. Im aktuell umsatzstärksten Teilsegment der Sicherheitswirtschaft, der klassischen Dienstleistung mit Bewachung, Alarmaufschaltungen, Werttransporten oder Sicherheitsberatung, wird 2020 mit einem Weltumsatz von 240 Mrd. US-Dollar gerechnet. In Ländern mit geringem Lohnkostenniveau soll vor allem die größere Nachfrage nach personellen Bewachungsleistungen für höheres Wachstum sorgen, in den Industriestaaten dürfte dagegen der erhöhte Bedarf an Beratung, die Systemintegration und die Überwachung der zunehmend komplexen Sicherheitssysteme den Markt stimulieren.

Steigende Umsätze für Cloud-Sicherheit und sichere Drahtlos-Lösungen

Wachstumsmotoren für die IT-Sicherheit sind vor allem die Bedrohungen durch Cyberkriminalität und Cyberterrorismus sowie die erhöhten Anforderungen von Staat, Wirtschaft und Endkunden an Datensicherheit und Datenschutz. Experten sehen dabei insbesondere die Gefährdungen im Internet of things (IoT) und bei den Industrie 4.0-Lösungen als besondere Umsatztreiber an. Umsätze in den Bereichen Cloud-Sicherheit und sichere Drahtlos-Lösungen sollen bis 2022 zusammen etwa 40 Prozent am Gesamtmarkt ausmachen. Marktanalysten gehen davon aus, dass 2018 von den global knapp 100 Mrd. US-Dollar Umsatz beim Endkunden 60 Prozent auf Sicherheitsdienstleistungen, etwa beim Risk- und Schwachstellen- oder beim Zugriffsmanagement, entfallen. Als wesentliches Motiv für das Outsourcing wird gesehen, dass sich Unternehmen und öffentliche Einrichtungen fachlich oder wirtschaftlich nicht mehr in der Lage sehen, das geforderte Sicherheitsniveau selbst zu gewährleisten. Der Verkauf von Hard- und Software-Produkten spielt im aktuellen IT-Sicherheitsmarkt entsprechend eine Nebenrolle. Im ebenfalls auf der Security Essen präsenten Brandschutz-Markt, also bei Brand- und Gasmeldesystemen, Sprinklertechnologie, Feuerlöschern, Übertragungstechnik und zugehörigen Installations- und Serviceleistungen, werden aktuell weltweit etwa 62 Mrd. US-Dollar umgesetzt. Für ein anhaltendes Wachstum sorgen hier vor allem zunehmende normative oder gesetzliche Anforderungen und das steigende technische Niveau, das vielerorts zu Ersatzinvestitionen zwingt.

Verstärkte Investitionen in externe Überwachungsdienstleister

Im globalen Markt der klassischen Überwachungstechnik, der auf aktuell etwa 70 Mrd. US-Dollar geschätzt wird, ist nach wie vor die Videoüberwachungstechnik der wichtigste Umsatzträger. Etwa 55 Prozent der Herstellerumsätze entfallen auf Kameras und das zugehörige Hard- und Software-Equipment, 24 Prozent auf Zutrittskontrolle, 21 Prozent auf Einbruchmeldetechnik, Perimeterüberwachung und weitere Überwachungstechnologien. Im größten Marktsegment der Überwachungstechnologien, der Videoüberwachung, werden auch weiterhin große Umsatzsprünge erwartet, teilweise werden bis zu 15,4 Prozent durchschnittliches Wachstum bis 2022 prognostiziert. Dass dies bei sinkenden Preisen für das Kernprodukt, die Kamera, gelingt, wird vor allem darauf zurückgeführt, dass mit dem zunehmenden Einsatz von Überwachungskameras auch mehr in Server, Speichergeräte und Monitore, aber auch in intelligente Analysetechnik investiert wird oder die Nutzer vermehrt Video Surveillance as a Service (VSaaS), also externe Überwachungsdienstleister, einsetzen.

Zutrittskontrolle setzt stärker auf Biometrie und Smartphones

Für die Zutrittskontrolle werden aktuell 8,0 Prozent jährliches Wachstum prognostiziert. Wachstumstreiber sind nach Angaben der Analysten insbesondere die zunehmende Verknüpfung der Zutrittskontrolle mit den jeweiligen Identitätsmanagementsystemen von Wirtschaft und öffentlichen Einrichtungen. Auch die vermehrte Nutzung biometrischer Methoden und der wachsende Einsatz von Mobilgeräten als ID-Träger fördern das Wachstum. Stark steigen werde das Geschäft mit Access Control as a Service (ACaaS), also der Auslagerung der Zutrittskontrolle an Dienstleister. Überproportionales Wachstum (+13,9 Prozent) wird im Segment der elektronischen Schlösser erwartet (globaler Umsatz 2018: ~ 1,3 Mrd. US-Dollar). Der Bereich der mechanischen Schlösser soll um 4,5 Prozent (Umsatz 2018: ~ 6,0 Mrd. US-Dollar) jährlich wachsen. Ebenfalls über dem allgemeinen Wirtschaftswachstum liegen die Erwartungen bei der Perimeter- und Intrusionsüberwachung. Hier werden die künftigen jährlichen Zuwachsraten auf 7,6 Prozent geschätzt. Als wichtiger Wachstumsfaktor werden vor allem die steigenden Anforderungen an die Absicherung von Kritischen Infrastrukturen oder gewerblichen Arealen, insbesondere in der Verkehrs- und Logistikbranche, genannt.

Smarte Sicherheitslösungen bei privaten Haushalten gefragt

Gut für die künftige Konjunkturentwicklung ist auch die weiter ansteigende Nachfrage der privaten Haushalte nach Sicherheitslösungen. Im Bereich Home Security wird für die nächsten fünf Jahre ein durchschnittliches Wachstum von 9,2 Prozent erwartet. Neben steigenden Schutzbedürfnissen spielt eine wesentliche Rolle, dass die Sicherheitslösungen zunehmend als „smart“ angesehen werden. So sind Sicherheitsfunktionen nach Meinung von Analysten heute und künftig wichtigste Umsatzträger im aktuell etwa 20 Mrd. US-Dollar starken Smart Home-Markt. Aktuell werden etwa 5,3 Mrd. US-Dollar der Überwachung und Sicherheit zugerechnet, das jährliche Umsatzwachstum wird hier für die nächsten zehn Jahre mit durchschnittlich 21,1 Prozent/Jahr prognostiziert.

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https://www.security-essen.de sowie www.facebook.com/SecurityEssen/.