20.09.2022

Sicherheits-Trends auf der Security Essen 2022

Cybersecurity, KI und SaaS besonders im Fokus

Vom 20. bis 23. September 2022 präsentieren auf der Leitmesse für Sicherheit und Brandschutz wieder zahlreiche Aussteller ihre Produkte. Immer stärker zeichnen sich technologische Fortschritte in der IT-Technik und der Vernetzung von Gewerken als Treiber neuer Ideen und Produkte. Einige der wichtigsten Trends sind:

1) Cybersecurity

Die zunehmende Vernetzung von Systemen und Gewerken, verbunden mit immer größeren Datenmengen, die verarbeitet werden müssen, machen Cybersecurity zum Top-Thema. Ob in Unternehmen, Behörden oder privatem Bereich, die Gefahr durch Hacker nimmt stetig zu. Cyberhacking ist heute ein milliardenschweres Geschäft mit institutionellen Hierarchien, unternehmensähnlich organisierten Banden mit großen finanziellen Ressourcen. Die Angreifer nutzen fortschrittliche Tools wie künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Automatisierung. Dadurch sind mittlerweile alle vernetzten Produkte im Bereich Security und Brandschutz gefährdet, sofern sie nicht ausreichend gesichert sind. Auch die digitale Kommunikation ist im Visier von Cyberkriminellen. Gefragt sind daher Lösungen, die diese Risiken sowohl hardware- und softwareseitig adressieren. Da Cybersecurity bei allen Sicherheitsprodukten eine zentrale Rolle spielt, setzen Hersteller auf die Absicherung ihrer Systeme. So auch Genetec (Halle 5, Stand 5C40) für seine Videomanagement-Software. TAS (Halle 7, Stand 7D17) bietet mit seiner TAS Secure Platform eine zertifizierte Lösung für den Fernzugriff auf Alarmsysteme. Barox (Halle 5, Stand 5B19) bietet seine Video-Switche mit Funktionen zur Cybersecurity an. ACRE International (Halle 7, Stand 7C24) hat Lösungen für den Schutz der Sicherheitsnetzwerke und der Datenschutzlandschaft in Unternehmen im Portfolio.

2) Künstliche Intelligenz weiter auf dem Vormarsch

Kameras, Sensoren und IoT-Geräte aller Art produzieren immer größere Datenmengen, die in kürzester Zeit analysiert und bewertet werden müssen. Fehlalarme sollen dadurch reduziert, Reaktionszeiten optimiert und das Level an Sicherheit deutlich verbessert werden. Die Verarbeitung großer Datenmengen und deren Auswertung vor allem bei Videoüberwachungslösungen übernehmen inzwischen Analyse-Tools, die in den Kameras selbst integriert sind (Edge Computing) oder Bestandteil von Videomanagement-Lösungen sind. Dabei setzen zahlreiche Hersteller von Videokamerasystemen und Anwendungen auf Künstliche Intelligenz (KI) und „Deep Learning“-Ansätze, die notwendig sind, um die großen Datenmengen zu analysieren, da dies Menschen etwa in Leitstellen nicht mehr leisten können. Gerade in der Videoüberwachung sind lernende Systeme mittlerweile Standard, um die Vielzahl an Informationen zu bewältigen. Viele Analysefunktionen sind dazu auch in der Hardware angesiedelt, um Bandbreite zu sparen, wie etwa Dahua (Halle 5, Stand 5D31) und Hikvision (Halle 5, Stand 5C17) mit ihren Netzwerk-Kameras mit Edge-Funktionalitäten demonstriert. Auch Vivotek (Halle 5, Stand 5F2) setzt auf KI und Deep Learning in seinen Videosystemen. Davantis (Halle 5, Stand 5B23) und Hexagon (Halle 8, Stand 8A10) nutzen KI-Lösungen für komplexe Erkennungsumgebungen in ihren Videoanalyse- und management-Anwendungen.

3) Chancen und Risiken von Drohnen

Drohnen werden immer leistungsfähiger und sind in der Lage, verschiedene Aufgaben von Lieferdiensten bis hin zur Überwachung zu übernehmen. Drohnen unterstützen Sicherheitsdienste im Unternehmensbereich bei einer Vielzahl von Aufgaben. Im Brandfall etwa liefern sie mit verschiedenen Kameratypen Bilder von Umgebungen, die für Menschen zu gefährlich wären. Auch zur Bestimmung toxischer Belastungen sind sie mit entsprechender Sensorik geeignet. Die Polizei setzt sie zur Beweissicherung bei Schadensereignissen ein und große Konzerne planen, mit Drohnen Dienstleistungen wie Paketzustellung durchzuführen. Doch Drohnen können auch eine Bedrohung darstellen, indem sie zur Spionage genutzt werden, zum Eindringen in gesperrte Zonen wie um Flughäfen oder auch zum Transport illegaler Güter. Daher ist es vor allem für Unternehmen wichtig zu wissen, welche legalen Möglichkeiten zur Detektion und Abwehr es für Drohnen in Deutschland gibt. Dedrone (Halle 6, Stand 6F27) und Magos (Halle 5,Stand 5C15), bieten Produkte rund um die Drohnendetektion an. Drohnen für den Einsatz zur Überwachung aus der Luft sind Teil des Programms von Security Robotics Development & Solutions (Halle 5, Stand 5C29.17).

4) Mobile Anwendungen

Das Smartphone oder Tablet als Endgerät für sicherheitsrelevante Anwendungen in den Bereichen Security und Safety ist mittlerweile Standard. Viele Hersteller setzen auf Apps, mit deren Hilfe sich Anwendungen, Geräte und Prozesse aus der Ferne steuern, überwachen und parametrieren lassen. Zudem lässt sich das Smartphone im Bereich der Zutrittskontrolle als elektronischer Schlüssel nutzen. Corona hat überdies der Nutzung privater Geräte einen weiteren Vorschub geleistet – Stichwort „Bring your own device“ (BYOD). Gleichzeitig müssen solche Endgeräte vor unbefugter Nutzung und Hacken abgesichert sein, was entsprechende Protokolle und Schnittstellen erfordert. Rohde & Schwarz (Halle 6, Stand 6B15) bietet etwa Lösungen für mobile Endgeräte an, um die Datensicherheit zu gewähren. LEGIC (Halle 6, Stand 6A37) hat Produkte zur mobilen Authentifizierung im Angebot. Auf der  Kontrolle von Anwendungen und Systemen aus der Ferne liegt der Fokus bei Beesecure (Halle 7, Stand 7E17).

5) Cloud und As-as-service-Modelle

Experten prognostizieren ein Milliardenvolumen für den weltweiten Markt für öffentliche Cloud-Anwendungsdienste. Cloud-Anwendungen und Dienste ermöglichen es Unternehmen, notwendige Services ohne eigene Daten-Infrastruktur zu nutzen, und dies von überall aus. Zugleich sind solche Lösungen frei skalierbar und flexibel auf künftige Veränderungen in den Anforderungen anzupassen. Cloudbasierte Dienstleistungen erstrecken sich auf nahezu alle Bereiche der Sicherheitstechnik, von der Zutrittskontrolle über die Videoüberwachung und Alarmmanagement zu KI-Analyseanwendungen. Ein Cloud Videomanagement-System gibt es etwa bei Eagle Eye Networks (Halle 5, Stand 5C22). Cloudbasierte Gesamtlösungen mit Anbindung an ein Hochsicherheitsrechenzentrum zeigt beispielsweise Blue Mobile Systems (Halle 5, Stand 5B13). Ein Vertreter von Cloud-Zutrittslösungen ist ferner SALTO (Halle 6, Stand 6B27).

×