20.09.2018

Identifikationslösungen auf der Security Essen 2018

Dynamische Segmente in Verbindung mit Zutritts- und Zugangskontrolle

Ohne Kontroll- und Sicherungsmaßnahmen sind komfortable und effiziente Abläufe in der Wirtschaft kaum noch vorstellbar. Erst Zugangs-, Präsenz- oder Identitätskontrollen ermöglichen, dass ein hohes Sicherheitsniveau erreicht und aufrechterhalten werden kann. Wie wichtig dabei Verlässlichkeit ist, zeigt sich vor allem bei Pannen. Etwa in diesem Sommer bei den Kontrollnachlässigkeiten an den Flughäfen München oder in Frankfurt, die dazu führten, dass Tausende von Passagieren strandeten oder ihren Flug nicht antreten konnten. Oder bei den jährlich millionenfachen Identitätsdiebstählen, die für den anschließenden Betrug von Online-Händlern und Kunden, aber auch zu Sabotage-, Spionage- und Manipulationsversuchen genutzt werden.

Zuverlässige automatisierte Kontroll- oder Berechtigungsprüfungen sind deshalb Grundpfeiler der allermeisten Sicherheitskonzepte. Auf der Security Essen, die vom 25. bis 28. September in der Messe Essen stattfindet, spielen die vielen Facetten der Zutritts- und Berechtigungskontrollen eine wichtige Rolle. Neben technischen Lösungen werden auf der Messe auch personelle Kontrolldienstleistungen oder Zugriffskontrollen im Datenverkehr vorgestellt.

Aber auch in vielen anderen Sicherheitslösungen, etwa bei der Videoüberwachung, in der Logistiksicherheit oder bei der Gefahrenmeldetechnik, ist es wichtig, dass nur Berechtigte Zugriff auf die Daten, Programme und Hardware haben. Die messebegleitende Cyber Security Konferenz mit dem Themenschwerpunkt des zweiten Messetages "Sichere Identifikation" ist im besonderen Maße für Anbieter von Sicherheitstechnik interessant. Biometrie, Kryptografie und die Möglichkeiten, wie drahtlose Technologien sicher eingesetzt werden können, stehen dabei im Mittelpunkt der insgesamt fünf Vorträge dieser Konferenz.

Identifikation und Berechtigungsmanagement in Verbindung mit Zutritts- und Zugangskontrolle gehören derzeit zu den dynamischsten Segmenten im Sicherheitsmarkt. Weltweit werden hier Wachstumsraten von jährlich 8,0 Prozent prognostiziert. Einen kleinen Wachstumsbeitrag leistet hier auch die EU-DSGVO: Im neuen Bundesdatenschutzgesetz wird nun ausdrücklich verlangt, dass Unbefugten der Zugang zu den Verarbeitungsanlagen verwehrt werden muss (§ 64,3,1 BDSG), also sowohl physisch wie auch logisch.

Zwei Trends im Bereich Identifikation sind aktuell besonders wichtig: Zum einen biometrische Verfahren, die die zuverlässigste Lösung darstellen, wenn geprüft werden soll, ob eine Person wirklich die ist, deren Rechte sie in Anspruch nehmen will. Und zum anderen Lösungen, die durch zusätzliche Sensorik oder Datenanalysen erkennen, wenn trotz einer zunächst nachgewiesenen Berechtigung etwas nicht stimmt. Erleichtert wird eine solche Anomalie-Erkennung durch Cloud-Lösungen oder Access-Control-as-a-Service-Konzepte, bei denen Dienstleister das Berechtigungsmanagement ganz oder in Teilen übernehmen. Gefördert wird die biometrische Identifikation auch durch Entscheidungen der Politik. So soll nach dem Willen der EU-Kommission in spätestens fünf Jahren jeder Personalausweis in der EU biometrische Gesichtsdaten und den biometrischen Fingerabdruck enthalten.

Auf der Security in Essen werden eine ganze Reihe von Ausstellern biometrische Lösungen zeigen. Fingerprint-Verfahren sind inzwischen Standard und durch die Verwendung bei der Smartphone-Nutzung auch kostengünstig. Für höhere Sicherheitsanwendungen kommen meist Gesichts-, Iris- oder Handvenenerkennung zum Einsatz. Darüber hinaus werden in der Forschung immer wieder neue biometrische oder verhaltensorientierte Erkennungsmethoden erprobt, etwa Bewegungsmuster beim Tippen, Wischen, Gehen, Sprechen oder auch körperliche Merkmale, etwa die Kombination aus  Herzgröße und -Rhythmus, sowie die Mikrovibrationen der Hand und Gehirnsignalen. Hochsicherheit wird erreicht, wenn mehrere Methoden kombiniert werden (Multi-Faktor-Authentifizierung).