Drei Fragen an Stephan Schmidt
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28.07.2016

Drei Fragen an Stephan Schmidt

Stephan Schmidt, Geschäftsführer des Fachverbands Schloss- und Beschlagindustrie e. V. (FVSB) und Mitglied des Messebeirats der security essen berichtet davon, welche Entwicklungen seine Branche derzeit bewegen.

Sicherheitstechnik nutzt inzwischen in breitem Maße IT-Technologie, sowohl bei den Komponenten wie auch bei der Einbindung in komplexe Sicherheitsprozesse. Das birgt zusätzliche Angriffsrisiken durch Cyberkriminelle, die Funktionen stören, überwinden oder zweckentfremden können. Wie weit ist (IT-)Security bei den sicherheitstechnischen Lösungen Ihrer Branche bereits üblich?

Das Thema IT-Security ist natürlich eine Herausforderung, aber man muss sich dem stellen und immer einen Schritt voraus sein. Hierzu gibt es auch Spezialisten, die sich mit dem Thema beschäftigen. Wie beispielsweise das Institut für Sicherungssysteme ISS in Velbert. Hier erforschen die Wissenschaftler des Instituts Grundlagen und Verfahren zur Entwicklung und Bewertung von innovativen Sicherungssystemen. Zudem profitiert die Schloss- und Beschlagbranche von Forschungsergebnissen aus dem Bankenbereich oder dem Automobilsektor, da diese Bereiche noch viel sensibler sind.

Theoretisch können Angriffe durch Cyberkriminelle vorkommen. Gelegentlich treten aber auch Hacker in Erscheinung, die sich einen Sport daraus machen, Lücken aufzutun. Diese vermeintlichen Lücken werden dann von der Presse aufgegriffen, ohne jemals eine Sicherheitsgefährdung dargestellt zu haben. Meist ist es nämlich so, dass sich der Hacker im Vorfeld über eine sehr lange Zeit mit der Elektronik auseinandersetzen muss, um mögliche Schwachstellen überhaupt zu finden und den Angriff vorzubereiten. Diese Zeit steht einem gewöhnlichen Einbrecher in der Regel aber nicht zur Verfügung.

Die Kombination Schloss und Beschlag ist eine alt-bewährte Kontroll- und Sicherheitsmaßnahme. Viele glauben, die Verbesserungsmöglichkeiten seien hier weitgehend ausgereizt. Gibt es aktuell technologische Innovationen in der Branche, mit deren Hilfe heute oder in absehbarer Zukunft ein neues, höheres Sicherheitsniveau erreicht werden kann?

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten wie Fingerscan oder Iris-Scan und diese werden in der Kombination eingesetzt. Eine mechanische Sicherung der Gebäudehülle inklusive der Fenster und Türen ist nach wie vor jedoch die Grundvoraussetzung.

Einbruchskriminalität wird derzeit als besonderes gesellschaftliches Problem gesehen. Was müsste – noch mehr als bisher – geschehen, damit der sicherheitstechnische Standard im privaten Sektor steigt?

Offensichtlich ist der Druck auf den Einzelnen noch nicht so hoch, dass entsprechende Schutzlösungen als notwendig angesehen werden. Zudem sind sich viele Bürger nicht bewusst, dass es auch wirklich sie treffen kann. Sie wissen unter Umständen auch nicht, dass in manchen Gebieten NRWs teilweise jede 100. Wohnung aufgebrochen wird.

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